Das neue Buch über die Varusschlacht

von Annette Panhorst

Leichenfledderei im Teutoburger Wald

2000 Jahre wird die Varusschlacht gesucht.
2000 Jahre sind eine lange Zeit.

Die Varus-Schlacht war anders als andere Schlachten. Sie wurde mit anderen Mitteln ausgetragen. Die Germanen waren den hochgerüsteten Römern in jeder Hinsicht unterlegen. Sie hatten nur eine Möglichkeit die Römer zu besiegen: Sie mussten das Gelände für sich kämpfen lassen. Die Schlacht endete für die Römer in einer Katastrophe.

Wo war die Varusschlacht wirklich?

Im Jahre 9 n. Chr. befanden sich die Römer unter ihrem Anführer Varus mit 3 Legionen, bestehend aus ca. 20.000 Personen, im Sommerlager Minden am linken Weserufer. Im September brachen sie das Sommerlager ab, um in ihr Winterlager Haltern zurückzukehren. Sie wählten für den Rückmarsch einen Weg, den die Wissenschaft bisher nicht kennt. Auf diesem Weg wurden sie von Arminius, dem Cherusker, angegriffen und vernichtend geschlagen.

Ich bin der Meinung, dass die Römer während des Sommers in den Gebieten Meller Berg land und Osnabrücker Land Infrastrukturmaßnahmen ergriffen hatten, die ihre Eroberungsfeldzüge unterstützen sollten. So wurden z.B. Bäume gerodet, Heerstraßen neu gebaut, Wasserwege ausgebaut und Stauwehre für ihre Schiffe geschaffen.

Die Römer bauten dabei eine neue Heerstraße südlich des Wiehengebirges, entlang der Flüsse Werre, Else und Hase mit Etappenlagern alle 15 km. So in Dehme (Dehmer Burg), Mennighüffen (Mühlenbach), Bruchmühlen (Kilverbach), Gesmold (Oldendorfer Mühlenbach), Osnabrück-Fledder (Hase). Die Heerstraße ist heute eine Eisenbahnlinie. Die Straße führte weiter entlang der Bahnlinie über Lengerich, Kattenvenne und Münster nach Haltern.

In Germanien gab es wenig zu essen. Die Bevölkerung konnte ein großes römisches Heer nicht ernähren. Die Wasserwege waren deshalb für die Nachschubtransporte von größter Bedeutung. Die großen Flüsse fließen aber alle in die Nordsee. Querverbindungen gibt es kaum.

Für dieses Bergland gibt es nur die Lippe (Lupia), die als Transportweg stark genutzt wurde. Weiter nördlich gibt es nur die Hase (Lepia), die von Osten nach Westen fließt, aber erst ab Bramsche für kleine Boote schiffbar war. Die Hase war so kaum nutzbar. Die Überlegungen der Römer gingen dahin, den Wasserweg Hase zu verbessern. Dazu bauten sie am Hasetor in Osnabrück ein Stauwehr, das bei Niedrigwasser die Schiffbarkeit der Hase ermöglichte. Ein weiteres Stauwehr wurde für die Nette gebaut, das bei Bedarf ebenfalls Wasser in die Hase abgeben konnte.

Die Hase hat eine Besonderheit, die Bifurkation. Auf einer Wiese teilt sich der Bach. Zweidrittel des Wassers fließen als Hase in die Ems, eindrittel des Wassers fließt als Else zur Weser. Die Germanen wollten die Römer vertreiben und sich dabei die Besonderheit der Hase zunutze machen. Sie verstopften den Ausfluss der Else bei Gesmold und führten somit das ursprüngliche Elsewasser weiter in der Hase um schneller ein Hochwasser erzeugen zu können.

Gleichzeitig schlossen die Germanen das Stauwehr am Hasetor in Osnabrück. Das Wasser staute sich zurück und Überflutete das mit Wall und Palisaden befestigte Römerlager in Osnabrück-Fledder. Die Germanen lösten damit eine Massenpanik unter den Soldaten aus. Der geschlossene Raum des Lagers und die Dunkelheit der Nacht verstärkten die Panik. Diese Panik war die Ursache für einen Massentod der Römer.

Den Reitern gelang der Ausbruch aus dem Lager und damit die Flucht zurück Richtung Minden. In den Meller Bergen an den Römerschanzen und weiter nördlich an der Huntequelle "Auf dem Fledder" und in dessen Umgebung fand die Schlacht zwischen den römischen Reitern (Tribunen, Zenturionen, auch den Advokaten) und Arminius und seinen Hilfstruppen statt, die Arminius zu seinen Gunsten beendete.

Einzelnen Fußsoldaten gelang ebenfalls die Flucht. Diese wandten sich nach Norden Richtung Osnabrück-Nord, Belm und Halterberg, wo sie Übernachteten und dann am nächsten Morgen weiter zogen nach Wallenhorst ins Nettetal. Auf dem Ruller Hohn hielt Arminius eine höhnische Ansprache an die römischen Soldaten und präsentierte den Kopf des Varus. Anschließend öffneten die Germanen den Stausee der Nette und überfluteten das Nettetal, so dass die Römer wieder in Panik gerieten und wegliefen. Die Römer Übernachteten dann am Ruller Loh. Am nächsten Morgen wurden sie von den Germanen erneut angegriffen und vernichtet.

Von Tacitus wird in erster Linie immer nur die Lupia (Lippe) als Transportweg der Römer hervorgehoben. Als zweiten Transportweg, von der Nordsee aus gesehen, gibt es aber auch (siehe Germanicus) die Amisa (Ems), die als größten Nebenfluss die Lepia (Hase) hat.

Die beiden Flüsse Lupia und Lepia sind leicht zu verwechseln.

Detaillierte Angaben über die Hintergründe, die zu der Schlacht führten, die Orte und den Schlachtverlauf finden Sie in meinem Buch " Leichenfledderei im Teutoburger Wald".

31. Juli 2009


Pressestimmen über das Buch:

Forschung im Ruhestand

Annette Panhorst fiel auf, dass allen Geschichtsschreibern die Detailkenntnisse über die Orte, die Landschaft und das âKlima im Teutoburger Wald fehlten. "Die Varusschlacht war außergewöhnlich. Die Germanen ließen das Gelände für sich kämpfen."

Zur Unterstützung ihrer These verwendet Panhorst Zitate der römischen Geschichtsschreiber Tacitus und Cassius Dio. In dem packend geschriebenen Sachbuch spielen Flüsse eine große Rolle.

Neue Westfälische, 12.09.2008


Germanenfalle schnappt in Fledder zu

Ihre Thesen stützt Annette Panhorst auf eigene Untersuchungen. Die Ergebnisse stellt sie in dem Buch detailliert vor, Karten mit markanten Orten ergänzen ihre Aussagen.

Der legendärde Feldherr Varus hat seine vernichtende Schlappe beim Örtchen Fledder erlitten. Das schreibt Annette Panhorst in ihrem Buch

Westfalen Blatt, 14.10.2008


Hermannsdenkmal gehört auf Beutling

Panhorst schlussfolgert aus ihren Erkenntnissen, dass die Cherusker trotz erheblicher zahlenmäßiger Unterlegenheit drei römische Legionen vernichtet haben.

Alle Beschreibungen der historischen Vorgänge sind mit den passenden Strophen aus dem Lied "Als die Römer frech geworden ..." unterlegt. So kann das Buch auch von Zweiflern stets mit einem Schmunzeln als immerhin spannende Geschichte gelesen werden.

Meller Kreisblatt



Kommentare von Lesern:

Dieses Buch enthüllt, wie die Varusschlacht wirklich stattgefunden hat!

Ich konnte das Buch nicht aus der Hand geben und musste es in einem Rutsch durchlesen!


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